
Hinweise zur Maschinen-Richtlinie 2006/42/EG
Neue Maschinenverordnung ab 2027
Ab dem 20. Januar 2027 ersetzt die neue Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Bis zum 19.01.2027 gilt weiterhin die Maschinenrichtlinie; nach der Verordnung kann vorher keine Konformität erklärt werden. Maßgeblich ist der Tag, an dem die Maschine in Verkehr gebracht wird.
→ Mehr zur neuen Maschinenverordnung erfahrenWas regelt die Maschinenrichtlinie?
Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG legt fest, welche Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen Maschinen erfüllen müssen, bevor sie in der EU in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen werden. In Deutschland ist sie durch die 9. Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (Maschinenverordnung, 9. ProdSV) umgesetzt. Sie gilt bis zum 19. Januar 2027 und wird dann durch die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 abgelöst.
Die Richtlinie stammt aus dem Jahr 2006 und ist damit älter als der neue Rechtsrahmen für Produkte (Beschluss Nr. 768/2008/EG). Sie kennt deshalb zum Beispiel noch keine eigenen Pflichten für Importeure und Händler. Einen Überblick über das System der Produktvorschriften gibt der Leitfaden „Blue Guide“ der EU-Kommission.
Anwendungsbereich
Nach Artikel 1 gilt die Richtlinie für:
- Maschinen
- auswechselbare Ausrüstungen
- Sicherheitsbauteile
- Lastaufnahmemittel
- Ketten, Seile und Gurte
- abnehmbare Gelenkwellen
- unvollständige Maschinen
Ausgenommen sind unter anderem bestimmte elektrische und elektronische Erzeugnisse wie Haushaltsgeräte, Geräte der Unterhaltungs- und Informationstechnik, Büromaschinen und Elektromotoren; für sie gilt die Niederspannungsrichtlinie. Was genau eine Maschine im Sinne der Richtlinie ist, erläutern wir unter „Was ist eine Maschine?“.
Aufbau: die Anhänge der Maschinenrichtlinie
| Anhang | Inhalt |
|---|---|
| I | Grundlegende Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen, einschließlich der Pflicht zur Risikobeurteilung und der Anforderungen an die Betriebsanleitung (Nr. 1.7.4) |
| II | Erklärungen: EG-Konformitätserklärung (Teil 1 A) und Einbauerklärung für unvollständige Maschinen (Teil 1 B) |
| III | CE-Kennzeichnung |
| IV | Maschinenkategorien, für die besondere Konformitätsbewertungsverfahren gelten |
| V | Nicht erschöpfende Liste der Sicherheitsbauteile |
| VI | Montageanleitung für unvollständige Maschinen |
| VII | Technische Unterlagen für Maschinen (Teil A) und spezielle technische Unterlagen für unvollständige Maschinen (Teil B) |
| VIII | Konformitätsbewertung mit interner Fertigungskontrolle |
| IX | EG-Baumusterprüfung |
| X | Umfassende Qualitätssicherung |
| XI | Mindestkriterien für die Benennung der Stellen |
| XII | Entsprechungstabelle zur früheren Richtlinie 98/37/EG |
Pflichten vor dem Inverkehrbringen (Artikel 5)
Bevor eine Maschine in Verkehr gebracht oder in Betrieb genommen wird, muss der Hersteller oder sein Bevollmächtigter:
- sicherstellen, dass die Maschine die grundlegenden Anforderungen aus Anhang I erfüllt
- die technischen Unterlagen nach Anhang VII Teil A erstellen
- die erforderlichen Informationen zur Verfügung stellen, insbesondere die Betriebsanleitung
- das zutreffende Konformitätsbewertungsverfahren durchführen
- die EG-Konformitätserklärung ausstellen und der Maschine beifügen
- die CE-Kennzeichnung anbringen
Hierbei ist die Risikobeurteilung nach Anhang I der Richtlinie in Verbindung mit der Grundnorm für Maschinen (DIN EN ISO 12100) die wichtigste Grundlage.
Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Norm im Text auf viele weitere EN-Normen verweist, wenn diese in Verbindung mit der Maschine zur Anwendung kommen. Mit der Unterschrift unter die Konformitätserklärung wird die Einhaltung des aktuellen Stands der Technik bestätigt.
Eine Maschine / komplexe Anlage besteht meist aus vielen Komponenten, die zu einer Einheit zusammengefügt werden. z. B.

- Maschinen mit CE + Konformitätserklärung + Betriebsanleitung
- unvollständige Maschinen ohne CE + Einbauerklärung + Montageanleitung (evtl. Bedienung, Wartung?)
- bereits vorhandene Maschinen, die wieder integriert werden sollen
- Schaltschränke / Steuerungen aus eigener Produktion
- Schaltschränke / Steuerungen von ext. Firma zugekauft
- EMV, bezogen auf die Maschine
- EMV, bezogen auf die Umgebung
- Funkanlagen / Bauteile (z. B. WLAN) mit Konformitätserklärung + Dokumentation
- ATEX (explosive Atmosphäre), bezogen auf die Maschine
- ATEX (explosive Atmosphäre), bezogen auf die Umgebung
- Steuerungen, bezogen auf die funktionale Sicherheit (Not Halt, Lichtschranken, …)
- Schnittstellen mit anderen Maschinen (Energie, Signale, Dämpfe/Stäube, …)
- Druckbehälter, die eingebaut werden (Konformitätserklärung + Dokumentation)
- Druckgeräte/Rohre, die eingebaut werden (Konformitätserklärung + Dokumentation)
- Geräuschemission, auch bei Verwendung im Freien
um nur die wichtigsten Stichworte zu nennen.
Alle Konformitätserklärungen sollen in einem Dokument (Ordner) in der Sprache des Anwenderlandes zusammengeführt werden. Die Sicherheitsinformationen müssen für den Anwender leicht verständlich sein. In der Konformitätserklärung sind die angewandten harmonisierten Normen mit ihren Fundstellen im Amtsblatt der EU anzugeben (Anhang II Teil 1 A Nr. 7 bzw. Teil 1 B).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
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